Bücher wie Wein

Meine Werke, die gesellschaftskritisch sind, bleiben unveröffentlicht (nein, nur als eBooks liegen diese Texte auf meiner Web-Seite, kostenfrei kann ich diese eBooks Ihnen aber auch nicht zur Verfügung stellen, damit Sie das alles lesen, weil ich kein freier Mensch bin, ich bin nur ein relativ freier Schriftsteller), was mir sehr leid tut. – Georgien ist sehr konservativ und gegen diesen Konservatismus, wie gegen jede eindeutige Art des Konservatismus kämpfe ich nicht, oder? Ich bemühe mich besser und besser zu schreiben. Vergeblich versuche ich mich zu retten, weil meine Existenz wirklich sehr tragisch und gleichzeitig komisch ist und das verstehe ich so oder so. Ich weiß: das soll ich nicht aufschreiben, meine Leser soll ich nicht zwingen, sich um mein Schicksal zu kümmern, das kein großes Geld richtig verschönern kann, in dieser trotz allem schonungslosen Welt, aber das tue ich leider manchmal. Kein großes Geld kann etwas in meinem Leben verbessern, kein Geld kann wirklich etwas verschönern, oder? Das weiß ich nicht genau, weil ich kein großes Geld habe. Ich fühle mich jetzt ganz verlassen. Und meine pornografischen Bücher bleiben wie teure Flaschen mit goldenem Etikett in einem Weinkeller, in ihrer Unterwelt, jungfräulich, wie sie sind, auf einem Bildschirm, und keine menschliche (sogar Menschliche?) Vernunft kann oft diese Bücher zu Gast einladen, sogar manchmal herunterladen, weil zu Gast nur die Bücher am liebsten eingeladen werden, deren Autoren schon sogar jeder Priester oder Journalist kennt. Das dürfen diese Bücher, aber ein Mensch ist kein Buch; Ihm tut es weh, er kann augenblicklich das oder kann das auch nicht, er atmet oder scheint zu atmen, biologisch, was nicht alles ist, was nicht beweist, daß er atmet, wenn er Gerüche wahrnimmt, die ihm gar nicht gefallen, wenn er in literarischer Hinsicht nicht drinnen in der Welt ist und nicht drinnen in der Welt bleiben kann, das auch nicht, weil nichts verwirklicht wird, was in der Literatur schon verwirklicht worden ist, wirklich. Und er schreibt. Und er schreibt seine Figuren mühevoll auf, was seinen tiefgreifenden Ausdruck in etwas unbedingt findet, wenn sich noch etwas bewegen kann, was dann am meisten zerstreut wird (wie Sand) oder zerflossen (wie Wein).

Aber ich will nicht, daß  meine Bücher betäubend sind.



Diego Velasquez. Der Wasserverkäufer von Sevilla

11.06.2008

 

 

 

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